Geschichten und Besichtigungstouren

materagravina

Bevor Sie unsere Reiseroute konsultieren, empfehlen wir Ihnen, den Artikel „Was sind die Sassi di Matera? zu lesen.

 

Sassi und Città del Piano

Von unserem Hotel aus empfehlen wir Ihnen, Ihre Erkundungstour bei der angrenzenden Kirche SAN PIETRO BARISANO zu beginnen. Es ist die größte und älteste Felsenkirche der Sassi und die einzige mit Fassade und Glockenturm.

Hinter dem Glockenturm von San Pietro Barisano liegt das heutige Auditorium CASA CAVA, ein ehemaliger Steinbruch, in dem unterirdisch Bausteine abgebaut wurden. In der großen Höhle ist heute ein Konzertsaal untergebracht. Es ist ein ausgezeichnetes Beispiel der hiesigen Negativ-Architektur.

Gleich rechts, direkt hinter dem Auditorium Casa Cava führt eine Treppe zur sogenannten Città al Piano, das heißt dem ebenen Teil der Altstadt Materas, der nicht zu den Sassi gezählt wird. Wir empfehlen Ihnen, die Kirche San Giovanni Battista (Johannes des Täufers) zu besuchen. Sie geht auf das 14. Jahrhundert zurück und ist die älteste in diesem Teil der Stadt.

Von hier erreichen Sie nach wenigen Metern den Hauptplatz der Stadt, Piazza Vittorio Veneto. Dort haben Sie von der Aussichtsterrasse Tre Archi einen wunderschönen Blick auf den Sasso Barisano und den Dom. Unter dem Platz liegen verschiedene Höhlen, unter anderem auch die größte in den Fels gehauene Zisterne Europas,  Palombaro Lungo genannt.

Gehen Sie weiter durch die Via delle Beccherie bis zum Domplatz. Dort können Sie die Kathedrale besichtigen und haben von der Domterrasse aus einen wunderschönen Blick auf einen anderen Teil des Sasso Barisano.

Gehen Sie nun den gleichen Weg zurück bis Piazza del Sedile. Überqueren Sie den Platz, bis Sie zur Barockkirche San Francesco D’Assisi (Franziskus von Assisi) kommen. Von hier gehen Sie weiter zur ebenfalls im Barockstil erbauten Chiesa del Purgatorio (Kirche des Fegefeuers). Achten Sie auf die außergewöhnliche Fassadendekoration mit Skeletten und brennenden Seelen.

Sie befinden Sie jetzt in Via Ridola. Am Ende dieser Straße kommen Sie zu einer weiteren Aussichtsterrasse, Piazzetta Pascoli. Von hier aus haben Sie einen Panorama-Blick auf den Sasso Caveoso und die Gravina-Schlucht. Weiter geht es über die Via Bruno Buozzi mitten in das Viertel des Sasso Caveoso, in dem sich die malerische Felsenkirche Madonna dell’Idris befindet. Etwas weiter, am Abgrund der Schlucht, liegt die Kirche San Pietro Caveoso. Wenn Sie durch den Torbogen neben der Kirche gehen, kommen Sie zu dem kleinen Museum Casa Grotta. Hier können Sie die typische Behausung einer armen Familie in den Fünfzigerjahren sehen, kurz bevor die Sassi  per Gesetz geräumt und die Bewohner in neue Wohnviertel umgesiedelt wurden. Noch ein paar Schritte weiter und Sie kommen zu der Felsenkirche Santa Lucia alle Malve und dem darüber liegenden mittelalterlichen Friedhof.

Zurück über den Platz von San Pietro Caveoso folgen Sie der Panoramastraße an der Gravina-Schlucht entlang, bis Sie zur Via D’Addozio kommen. Gehen Sie diese hinauf zum Hotel zurück.

 

Felsenkirchen und Murgia

Gehen Sie hinunter zu den Felsenkirchen Madonna delle Virtù (Madonna der Tugenden) und San Nicola dei Greci (Sankt Nikolaus der Griechen), zwei übereinander liegenden Kirchen mit sehenswerten Fresken. Zu dem Komplex gehören außerdem ein Kloster und alten Höhlenwohnungen mit Zisternen und Futtertrögen für das Vieh. Im Sommer finden hier regelmäßig Ausstellungen moderner Kunst statt, im Besonderen von Skulpturen. Zur Zeit können Sie die Ausstellung mit Original-Skulpturen von Salvador DALI’ besuchen.

Wir empfehlen Ihnen, den Rest des Tages dem Murgia-Park und seinen Felsenkirchen zu widmen. Der Park ist auch zu Fuß erreichbar. Gehen Sie die Via Madonna delle Virtù entlang bis Porta Pistola. Dort führt zunächst eine Treppe, dann ein Pfad hinunter zu einer Seilbrücke. Auf der anderen Seite geht es wieder hinauf zum sogenannten Belvedere (hin und zurück brauchen Sie ungefähr eine Stunde).

Die über 150 Felsenkirchen des Parks geben Ihnen einen Einblick in die Spiritualität vergangener Jahrhunderte. Von hier haben Sie zudem den wohl schönsten Blick auf die Sassi von Matera und die Gravina-Schlucht. Übrigens wurde hier die Kreuzigungsszene von Mel Gibsons Film „Die Passion Christi“ gedreht.

Für den Nachmittag empfehlen wir Ihnen den Besuch der ebenso malerischen wie mystischen Cripta del Peccato Originale (Krypta der Erbsünde), oftmals auch als die Sixtinische Kapelle der Felsmalerei bezeichnet. Sie entstand zwischen dem 8. und 9. Jahrhundert und war im Hochmittelalter eine Kultstätte der im Umkreis lebenden Landbevölkerung. Die herrlichen Fresken sind von hohem ästhetischen und theologischen Wert. Sie können die Krypta mit dem eigenen Auto erreichen, andernfalls können wir die Fahrt für Sie buchen.

Museen und Kultur

Wir empfehlen Ihnen, die Geschichte der Sassi und der näheren Umgebung bei einem Besuch der städtischen Museen besser kennenzulernen. Zu Ihrer Auswahl stehen:

  • Das Archäologische Museum „Domenico Ridola“: Geboten wird Ihnen hier eine Zeitreise von der Altsteinzeit bis ins Mittelalter.
  • Das MUSMA: Das Museum für zeitgenössische Skulptur ist das einzige in einer Höhle untergebrachte Museum der Welt und das wichtigste ausschließlich der Bildhauerei gewidmete Museum Italiens. Hier können Sie die Geschichte der italienischen sowie der internationalen Bildhauerei vom Ende des 19. Jahrhunderts bis heute nachverfolgen.
  • Das Museum der Basilikata für mittelalterliche und moderne Kunst im Palazzo Lanfranchi: Das Gebäude wurde im 17. Jahrhundert als Priesterseminar errichtet und später Sitz des städtischen Gymnasiums. Hier unterrichtete eine Zeit lang der Dichter Giovanni Pascoli. Der Museumsrundgang führt Sie durch die Abteilungen Sakrale Kunst, Kunstsammlungen und Zeitgenössische Kunst. Im Erdgeschoss des Gebäudes befindet sich der Levi-Raum, in dem das großflächige Gemälde „Lucania ’61“ des Malers Carlo Levi ausgestellt ist.
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