Sehenswertes in der Umgebung: Apulien

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Nachdem Sie Matera und die Sassi besichtigt, die wilde und authentische Natur der Gravina-Schlucht und des Murgia-Park mit seinen Felsenkirchen erkundet haben, sollten Sie ein paar Urlaubstage anhängen, um einige der interessanten Sehenswürdigkeiten Apuliens zu besuchen, die nur wenige Kilometer entfernt liegen und in etwas mehr als einer Stunde Autofahrt von Matera aus schnell zu erreichen sind.

Nicht fehlen sollte ein Besuch des Castel del Monte, dessen Bild auf der italienischen Ein-Cent-Münze zu sehen ist. Die majestätische und geheimnisvolle achteckige Konstruktion des 13. Jahrhunderts wurde von Friedrich II. von Hohenstaufen in Auftrag gegeben. Fahren Sie von hier weiter nach Trani. Genießen Sie dort die Strandpromenade und besuchen Sie die berühmte direkt am Meer liegende Kathedrale, die Synagoge und die Stauferburg.

 

Auch die Trulli, die charakteristischen Rundhäuser von Alberobello, und das farbenfrohe Itria-Tal sind sicherlich einen Besuch wert, sowie auch die faszinierenden nicht weit entfernt liegenden  Tropfsteinhöhlen von Castellana Grotte. Von hier wiederum ist es ein Katzensprung nach Polignano a Mare, wunderschön auf einem hohen Felsplateau über dem Meer gelegen. Im Itria-Tal gibt es viele interessante Ortschaften. Besonders malerisch und lebhaft sind die Barockstädtchen Martina Franca, Cisternino und das weiß leuchtende Ostuni.

 

Ein Halt lohnt sich sicher auch in Tarent. Im MARTA, dem Archäologischen Museum der Stadt, sind eine Vielzahl von Kunstschätzen ausgestellt. Das Museum beherbergt die größte Sammlung von Artefakten der Magna Graecia, unter anderem den berühmten Goldfund,  bekannt als Ori di Taranto.

Nur etwa eine Viertelstunde Autofahrt von Matera entfernt liegt Altamura. Hier können Sie die eindrucksvolle Kathedrale Santa Maria Assunta (Mariä Aufnahme in den Himmel) besichtigen. Sie wurde auf Betreiben und nach den Entwürfen Friedrichs II. von Hohenstaufen gebaut, der Apulien und Süditalien sehr verbunden war. Ein wenig weiter ist es bis nach Gravina. Die Stadt liegt wie Matera direkt an der gleichnamigen Schlucht. Auch hier finden Sie die typischen Höhlenwohnungen.

Planen Sie ihre Reise in den Süden rechtzeitig und widmen Sie ihrem Aufenthalt in Matera ein paar Tage mehr. Sie werden sehen, es lohnt sich. Es gibt viel zu entdecken und Sie werden fantastische neue Eindrücke mit nach Hause nehmen können. Matera ist der ideale Standort für einen gelungenen Urlaub.

Sehenswertes in der Umgebung: Basilikata

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In der Umgebung von Matera gibt es viel zu sehen. Entdecken Sie die kleinen Juwele der Basilikata. Hier unsere Vorschläge:

IONISCHE KÜSTE und MAGNA GRAECIA (Anfahrt mit dem Auto ca. 45 Minuten bis 1 Stunde): breite feinsandige, goldfarbene Strände, kristallklares Wasser. Einst landeten die alten Griechen und Römer hier mit ihren Schiffen. Metaponto, das antike Metapontion war das Herz der Magna Graecia. Hier lebte und starb Pythagoras. Sehenswert sind das Archäologische Museum mit den Funden aus der Umgebung und die hiesige Archäologische Ausgrabungsstätte mit Resten eines Wohnviertels und des Hera-Tempels, auch Tavole Palatine genannt. Zum Gebiet der ehemaligen Magna Graecia gehört auch Policoro, das antike Herakleia. In der Archäologischen Ausgrabungsstätte kann man die Akropolis der Stadt, sowie die Reste der Dionysos- und Demeter-Heiligtümer besichtigen, während die Grabungsfunde im Archäologischen Museum der Siritide ausgestellt sind.

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DIE LUKANISCHEN DOLOMITEN (Anfahrt mit dem Auto ca. 1 Stunde): Die sogenannten Kleinen Dolomiten sind Teil des Lukanischen Apennin-Gebirges. Sie sind das Herzstück des gleichnamigen regionalen Naturparks, zu dem auch die Wälder von Gallipoli Cognato gehören. Den Namen erhielten sie aufgrund ihrer Ähnlichkeit zu den berühmten norditalienischen Dolomiten. Die Gebirgsgruppe, die den mittleren Teil des Basento-Tales dominiert, entstand vor ca. 15 Millionen Jahren. Die wunderschönen Bergdörfer Pietrapertosa und Castelmezzano bieten ein ganz besonderes Erlebnis: IL VOLO DELL’ANGELO, den Engelsflug. Zwischen den Gipfeln der beiden Dörfer ist ein Stahlseil gespannt, an dem man von einem Dorf zum anderen gleiten und für wenige Minuten den Rausch des Fliegens erleben kann. Ein einzigartiges Abenteuer in Italien und weltweit, denn nirgendwo sonst ist die Landschaft faszinierender und nirgends gleitet man höher über sie hinweg. Pietrapertosa ist das am höchsten liegende Dorf der Basilikata. Zusammen mit Castelmezzano ist es Mitglied des Verbands „Die schönsten Dörfer Italiens“, dem fast 200 über den ganzen Stiefel verstreute Ortschaften angehören.

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MONTE VULTURE (Anfahrt mit dem Auto ca. 1 Stunde 30 Minuten): Das Vulture-Massiv, ein erloschener Vulkan, präsentiert sich mit vielfältiger Landschaft und Natur aus Wäldern, Mineralquellen (abgefüllt als Acqua Lilia, Gaudianello und Sveva), Talbächen und Weinbergen. Hier wird der Rotwein Aglianico del Vulture produziert. Sehenswert in dieser Gegend sind die Orte Venosa und Melfi sowie die Monticchio-Seen. Venosa gehört zu den 200 schönsten Dörfern Italiens und ist der Geburtsort des römischen Dichters Horaz. Der Ort birgt großartige Kunstschätze wie die Abbazia della Santissima Trinità (Abtei der Allerheiligsten Dreifaltigkeit), den Römischen Archäologie-Park , die von Herzog Pirro del Balzo gebaute Burg, heute Sitz des Archäologischen Museums, die prähistorische Ausgrabungsstätte Notarchirico und die jüdischen Katakomben. Melfi, Stadt der Normannen und später Wahlheimat Friedrichs II. von Hohenstaufen, der hier das umfangreichste Gesetzeswerk des Mittelalters, die „Constitutiones Augustales“, verkündete. Die Stadt entstand zu Füßen der imposanten Burg, heute Sitz des Archäologischen Museums. Ausgestellt sind Fundstücke aus dem 7. Jahrhundert v. Chr. bis hin zum 17. Jahrhundert n. Chr.. Das wohl wichtigste Stück der Sammlung ist der reich verzierte römische Sarkophag von Rapolla. Die Monticchio-Seen liegen am Fuße des Südwesthanges des Monte Vulture. Hier haben sich die Calderen des ehemaligen Vulkans mit Wasser gefüllt. Gleich oberhalb der Seen liegt die im 8. Jahrhundert n. Ch. erbaute Abbazia di San Michele Arcangelo (Abtei des Erzengels Michael). Sie entstand um eine von Basilianer-Mönchen bewohnte Höhle herum.

 

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Die SASSI

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Was sind die SASSI?

Matera ist berühmt für seine einzigartige Altstadt und im Besonderen für die charakteristischen Viertel Sasso Caveoso und Sasso Barisano, die zusammen mit dem Hügel der Civita den komplexen Stadtkern der Sassi von Matera bilden, die 1993 in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen wurden. Mit Sasso , Stein auf deutsch, bezeichnet man die in den Fels hinein gehauenen Stadtviertel. Und die Sassi von Matera sind am Rand einer tiefen Schlucht, der Gravina, regelrecht in den Fels gemeißelt.

Der Felshang an und in dem die Sassi sich entwickelt haben, besteht hauptsächlich aus Kalkarenit, im hiesigen Sprachgebrauch auch Tuff genannt, einem weichen und leicht zu bearbeitenden Meeressedimentgestein. Im Laufe der Jahrtausende entstanden eine Vielzahl natürlicher Hohlräume und Höhlen, was die spätere Arbeit der Menschen erleichterte. Beim Graben wurde zudem Baumaterial gewonnen. So entstanden im Fels zunächst Kanäle und Zisternen. Es war der Beginn der sogenannten Negativ-Architektur.

  1. In den zahlreichen natürlichen Höhlen der Gegend richteten die Menschen ihre ersten Wohnstätten ein. Sie nahmen die Formen der Natur jedoch nicht passiv hin. Im Gegenteil, sie machten sich die Höhlen zu eigen, indem sie Gänge und erste bauliche Elemente schufen.
  2. So wurde Wohnstätte um Wohnstätte in den Fels gegraben. Ein Teil des dabei gebrochenen Steins wurde genutzt, um die Höhleneingänge zu schließen.
  3. Die Höhlen wurden allerdings nicht nur nach innen hin vergrößert. Mit der Zeit entstanden Vorbauten, sogenannte Lamione, hallenartige Räume mit Tonnengewölben, die die Höhle nach außen hin verlängerten.
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Die landschaftlichen Bedingungen der Region und die Art des Gesteins haben die Besiedlung des Gebiets durch den Menschen von jeher begünstigt. Heute geht man davon aus, das die erste Besiedlungsphase auf das mittlere Altpaläolithikum zurückgeht.

„Matera ist der einzige Ort der Welt, dessen Einwohner von sich sagen können, dieselben Häuser ihrer Vorfahren von vor über 9.000 Jahren zu bewohnen” so heißt es in dem englischsprachigen Reiseführer Fodor’s.

In der Tat wird Matera als eine der ältesten Städte der Welt erachtet und sicherlich als die älteste, die ununterbrochen von Menschen bewohnt wurde.

 

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Geschichten und Besichtigungstouren

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Bevor Sie unsere Reiseroute konsultieren, empfehlen wir Ihnen, den Artikel „Was sind die Sassi di Matera? zu lesen.

 

Sassi und Città del Piano

Von unserem Hotel aus empfehlen wir Ihnen, Ihre Erkundungstour bei der angrenzenden Kirche SAN PIETRO BARISANO zu beginnen. Es ist die größte und älteste Felsenkirche der Sassi und die einzige mit Fassade und Glockenturm.

Hinter dem Glockenturm von San Pietro Barisano liegt das heutige Auditorium CASA CAVA, ein ehemaliger Steinbruch, in dem unterirdisch Bausteine abgebaut wurden. In der großen Höhle ist heute ein Konzertsaal untergebracht. Es ist ein ausgezeichnetes Beispiel der hiesigen Negativ-Architektur.

Gleich rechts, direkt hinter dem Auditorium Casa Cava führt eine Treppe zur sogenannten Città al Piano, das heißt dem ebenen Teil der Altstadt Materas, der nicht zu den Sassi gezählt wird. Wir empfehlen Ihnen, die Kirche San Giovanni Battista (Johannes des Täufers) zu besuchen. Sie geht auf das 14. Jahrhundert zurück und ist die älteste in diesem Teil der Stadt.

Von hier erreichen Sie nach wenigen Metern den Hauptplatz der Stadt, Piazza Vittorio Veneto. Dort haben Sie von der Aussichtsterrasse Tre Archi einen wunderschönen Blick auf den Sasso Barisano und den Dom. Unter dem Platz liegen verschiedene Höhlen, unter anderem auch die größte in den Fels gehauene Zisterne Europas,  Palombaro Lungo genannt.

Gehen Sie weiter durch die Via delle Beccherie bis zum Domplatz. Dort können Sie die Kathedrale besichtigen und haben von der Domterrasse aus einen wunderschönen Blick auf einen anderen Teil des Sasso Barisano.

Gehen Sie nun den gleichen Weg zurück bis Piazza del Sedile. Überqueren Sie den Platz, bis Sie zur Barockkirche San Francesco D’Assisi (Franziskus von Assisi) kommen. Von hier gehen Sie weiter zur ebenfalls im Barockstil erbauten Chiesa del Purgatorio (Kirche des Fegefeuers). Achten Sie auf die außergewöhnliche Fassadendekoration mit Skeletten und brennenden Seelen.

Sie befinden Sie jetzt in Via Ridola. Am Ende dieser Straße kommen Sie zu einer weiteren Aussichtsterrasse, Piazzetta Pascoli. Von hier aus haben Sie einen Panorama-Blick auf den Sasso Caveoso und die Gravina-Schlucht. Weiter geht es über die Via Bruno Buozzi mitten in das Viertel des Sasso Caveoso, in dem sich die malerische Felsenkirche Madonna dell’Idris befindet. Etwas weiter, am Abgrund der Schlucht, liegt die Kirche San Pietro Caveoso. Wenn Sie durch den Torbogen neben der Kirche gehen, kommen Sie zu dem kleinen Museum Casa Grotta. Hier können Sie die typische Behausung einer armen Familie in den Fünfzigerjahren sehen, kurz bevor die Sassi  per Gesetz geräumt und die Bewohner in neue Wohnviertel umgesiedelt wurden. Noch ein paar Schritte weiter und Sie kommen zu der Felsenkirche Santa Lucia alle Malve und dem darüber liegenden mittelalterlichen Friedhof.

Zurück über den Platz von San Pietro Caveoso folgen Sie der Panoramastraße an der Gravina-Schlucht entlang, bis Sie zur Via D’Addozio kommen. Gehen Sie diese hinauf zum Hotel zurück.

 

Felsenkirchen und Murgia

Gehen Sie hinunter zu den Felsenkirchen Madonna delle Virtù (Madonna der Tugenden) und San Nicola dei Greci (Sankt Nikolaus der Griechen), zwei übereinander liegenden Kirchen mit sehenswerten Fresken. Zu dem Komplex gehören außerdem ein Kloster und alten Höhlenwohnungen mit Zisternen und Futtertrögen für das Vieh. Im Sommer finden hier regelmäßig Ausstellungen moderner Kunst statt, im Besonderen von Skulpturen. Zur Zeit können Sie die Ausstellung mit Original-Skulpturen von Salvador DALI’ besuchen.

Wir empfehlen Ihnen, den Rest des Tages dem Murgia-Park und seinen Felsenkirchen zu widmen. Der Park ist auch zu Fuß erreichbar. Gehen Sie die Via Madonna delle Virtù entlang bis Porta Pistola. Dort führt zunächst eine Treppe, dann ein Pfad hinunter zu einer Seilbrücke. Auf der anderen Seite geht es wieder hinauf zum sogenannten Belvedere (hin und zurück brauchen Sie ungefähr eine Stunde).

Die über 150 Felsenkirchen des Parks geben Ihnen einen Einblick in die Spiritualität vergangener Jahrhunderte. Von hier haben Sie zudem den wohl schönsten Blick auf die Sassi von Matera und die Gravina-Schlucht. Übrigens wurde hier die Kreuzigungsszene von Mel Gibsons Film „Die Passion Christi“ gedreht.

Für den Nachmittag empfehlen wir Ihnen den Besuch der ebenso malerischen wie mystischen Cripta del Peccato Originale (Krypta der Erbsünde), oftmals auch als die Sixtinische Kapelle der Felsmalerei bezeichnet. Sie entstand zwischen dem 8. und 9. Jahrhundert und war im Hochmittelalter eine Kultstätte der im Umkreis lebenden Landbevölkerung. Die herrlichen Fresken sind von hohem ästhetischen und theologischen Wert. Sie können die Krypta mit dem eigenen Auto erreichen, andernfalls können wir die Fahrt für Sie buchen.

Museen und Kultur

Wir empfehlen Ihnen, die Geschichte der Sassi und der näheren Umgebung bei einem Besuch der städtischen Museen besser kennenzulernen. Zu Ihrer Auswahl stehen:

  • Das Archäologische Museum „Domenico Ridola“: Geboten wird Ihnen hier eine Zeitreise von der Altsteinzeit bis ins Mittelalter.
  • Das MUSMA: Das Museum für zeitgenössische Skulptur ist das einzige in einer Höhle untergebrachte Museum der Welt und das wichtigste ausschließlich der Bildhauerei gewidmete Museum Italiens. Hier können Sie die Geschichte der italienischen sowie der internationalen Bildhauerei vom Ende des 19. Jahrhunderts bis heute nachverfolgen.
  • Das Museum der Basilikata für mittelalterliche und moderne Kunst im Palazzo Lanfranchi: Das Gebäude wurde im 17. Jahrhundert als Priesterseminar errichtet und später Sitz des städtischen Gymnasiums. Hier unterrichtete eine Zeit lang der Dichter Giovanni Pascoli. Der Museumsrundgang führt Sie durch die Abteilungen Sakrale Kunst, Kunstsammlungen und Zeitgenössische Kunst. Im Erdgeschoss des Gebäudes befindet sich der Levi-Raum, in dem das großflächige Gemälde „Lucania ’61“ des Malers Carlo Levi ausgestellt ist.